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Aktuelles

aus den Forschungseinrichtungen und der Betriebsgesellschaft

Zukunftsinitiative der Radioastronomie: Das „next generation Very Large Array“ zu Gast auf der Zugspitze

Rund 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und dem Ausland haben sich in dieser Woche an der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus (UFS) getroffen, um über die Zukunft der deutschen Astronomie im Bereich mittlerer und hoher Radiofrequenzen zu diskutieren.

Im Mittelpunkt des dritten deutschen Workshops zu den wissenschaftlichen Möglichkeiten des next generation Very Large Array (ngVLA) stand die Frage, welche neuen wissenschaftlichen und technologischen Perspektiven diese geplante internationale Großforschungsinfrastruktur für die deutsche Wissenschaft eröffnet.

Das ngVLA soll aus mehr als 260 Radioantennen bestehen und einen breiten Bereich von Radiofrequenzen abdecken. Entwickelt wird das Projekt unter Federführung des US-amerikanischen National Radio Astronomy Observatory (NRAO), das beim Workshop durch führende Wissenschaftler vertreten war.

Die wissenschaftliche Bandbreite des Workshops reichte von Sternen, Planeten, Galaxien und Schwarzen Löchern bis hin zu Geodäsie, dem Schutz des Radiospektrums und der Weltraumlageerfassung. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Erforschung extrem energiereicher Ereignisse im Universum mithilfe der sogenannten Multi-Messenger-Astronomie. Dabei werden Beobachtungen mit Radioteleskopen mit Informationen aus anderen Bereichen, etwa aus Gravitationswellen und hochenergetischen Neutrinos, kombiniert.

Wie aktuell dieses Forschungsgebiet ist, wurde noch während des Workshops eindrucksvoll unterstrichen: Der diesjährige Nobelpreis für Physik würdigt die Entdeckung hochenergetischer Neutrinos aus dem Universum. Wie und wo diese Neutrinos in kosmischen Quellen – etwa in den relativistischen Jets Schwarzer Löcher – erzeugt werden, soll künftig auch mithilfe von Radioteleskopen wie dem ngVLA untersucht werden.

Das Wetterstein Millimeter Teleskop: Ein neues Forschungsfenster auf der Zugspitze

Eine besondere Rolle spielte in diesem Zusammenhang das geplante Wetterstein Millimeter Teleskop (WMT). Das 18-Meter-Radioteleskop stellt eine Weiterentwicklung des ngVLA-Antennendesigns für hochalpine Umgebungen dar. Es soll auf dem Zugspitzplatt in unmittelbarer Nähe der UFS entstehen und als multidisziplinäre Forschungsinfrastruktur für Radioastronomie, Geodäsie, Satellitenkommunikation, Hochfrequenztechnik und Weltraumlageerfassung genutzt werden.

Zugleich soll das WMT eine Plattform für die Entwicklung und Erprobung neuer Technologien und Beobachtungsverfahren bieten. Damit schafft es Anknüpfungspunkte zu weltweiten Radioteleskopprojekten der nächsten Generation und stärkt die Rolle der Zugspitze als Standort für innovative Forschung und Technologieentwicklung.

Fotocredit: Hrishikesh Shetgaonkar (Julius-Maximilians-Universität Würzburg)