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Universität für Bodenkultur Wien (BOKU)

Konsortialpartner

Universität für Bodenkultur Wien (BOKU)

Die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU University) wurde im Jahre 1872 gegründet und ist thematisch auf Nachhaltigkeit und das Management natürlicher Ressourcen spezialisiert. Als eine der führenden Life-Science-Universitäten Europas verbindet die BOKU University Naturwissenschaften, Technik und Wirtschaftswissenschaften.

Institut für Hydrologie und Wasserwirtschaft (HyWa)

Für die BOKU University und das Institut für Hydrologie und Wasserwirtschaft (HyWa) war eine langjährige Forschungspartnerschaft am Standort bereits eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche Einwerbung eines FWF-DFG-Weave Projektes und eines ERC-Synergy Grants. Beide Projekte werden aktuell von Ass.Prof. Dr. Franziska Koch vom HyWa koordiniert und in Kooperation mit der UFS und anderen internationalen Partnern durchgeführt. Insgesamt sind neben der Alpinen Hydrologie auch weitere die Themenfelder, die von der BOKU University erforscht werden und an der Zugspitze umgesetzt werden können, sehr vielseitig und umfassen dabei neben der Hydrosphäre und Kryosphäre auch die Geosphäre, Biosphäre als auch Atmosphäre. Für die Doktoratsschule HADRIAN (Hazards and Risks in Alpine Regions under Global Change) der BOKU University war die UFS bereits Standort eines jährlichen Retreats und wird zukünftig ein wichtiger Standort zur gemeinsamen Forschung und Weiterentwicklung der DocSchool werden.  

Informationen zu aktuell laufende Projekten:

G-MONARCH
Gravity-MONitoring for Alpine Research Catchment Hydrology

Der saisonale Schneespeicher ist eine wesentliche Klimavariable und hat entscheidende Bedeutung für den Wasserkreislauf und das Wohlergehen von Milliarden Menschen weltweit. Die mengenmäßige und raumzeitliche Abschätzung des Schnees gilt derzeit als eine der wichtigsten Herausforderungen der alpinen Hydrologie. Zudem ist es sehr schwierig, weitere Komponenten alpiner Wasserspeicher (z.B. Karstspeicher) und deren Beziehungen zwischen Niederschlag, Evapotranspiration und Abflussprozessen zu erfassen. 

Das FWF-DFG Weave Forschungsprojekt G-MONARCH verknüpft gravimetrische Verfahren mit in situ- und Fernerkundungs-Monitoring als auch schnee-karst-hydrologischer Modellierung, um das Verständnis des alpinen Wasserhaushalt generell und am Beispiel der Zugspitze zu verbessern. Das vom GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung betriebene Zugspitze Geodynamic Observatory Germany (ZUGOG) mit seiner weltweit einmaligen Installation eines Supraleitgravimeters auf dem Gipfel der Zugspitze über einem sehr gut instrumentierten, hochalpinen, schneereichen Einzugsgebiet, wird somit als neuartiges hydrologisches Sensorsystem zur direkten, integralen und nicht invasiven Beobachtung des Schwereeffekts von Wasserspeichervariationen eingesetzt. Die große Innovation liegt darin, dass alle Veränderungen von hydrologischen Massen innerhalb eines Radius von ca. 5 km um das Gravimeter gesamtheitlich erfasst und quantifiziert werden können. Die Zugspitze wird also quasi kontinuierlich ‘gewogen’: Bei Schneefall wird sie ‘schwerer’ und bei Schnee- und Eisschmelze wird sie ‘leichter’.

Beteiligt an dem Projekt sind Forscher:innen der BOKU University, des GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung in  Potsdam, der TU Berlin und der Universität Augsburg sowie der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus UFS und weitere nationale und internationale Kooperationspartner.

SnowShifts
Aktuelle und zukünftige Veränderungen der Schneeverhältnisse in Polar- und Hochgebirgsregionen
SnowShifts: Current and future shifts of snow regimes in extreme environments

Die UN-Aktionsdekade für Kryosphärenwissenschaften zielt darauf ab, Unsicherheiten hinsichtlich der Ursachen und den Auswirkungen von Veränderungen bei Schnee, Eis und Permafrost zu verringern. Schnee trägt maßgeblich zu diesen Unsicherheiten bei, da Schneeprozesse in Klimamodellen noch nicht vollständig verstanden und dargestellt werden können. Das ERC Synergy Projekt SnowShifts zielt darauf ab, unser Verständnis des Schneevolumens und der Schneemasse, ihrer nichtlinearen Dynamik und Eigenschaften sowie insbesondere der Veränderungen des Schneeregimes innerhalb der Erd- und Klimasysteme erheblich zu verbessern. Zusammen mit Partnern soll dies durch eine neuartige Kombination aus in-situ- und Fernerkundungs-Monitoring sowie durch die Entwicklung moderner numerischer Modelle erreicht werden. Innovative Technologien wie photonenzählende satellitengestützte Laseraltimeter, bodengestützte Supraleitgravimeter und GNSS-Sensoren sowie neuartige Ansätze zur Skalenüberbrückung und zum Downscaling von Satellitengravimetriedaten in extremen Regionen werden mit den neuesten Multisensor-Satellitendaten und Modellierungen kombiniert. Dies ermöglicht die Ermittlung von Schneevolumen, -masse, -ausdehnung und anderen Eigenschaften wie der Schneealbedo mit bisher unerreichter räumlicher und zeitlicher Auflösung sowie der Erfassung von Trends und Veränderungen im Schneeklima, die von den polaren Regionen bis hin zu den Hochgebirgsregionen der mittleren Breiten reichen. 

Die BOKU University arbeitet im Projekt eng mit den PIs der Uni Oslo und EPFL Lausanne sowie den im Projekt integrierten Partner*innen z.B. dem GFZ Potsdam zusammen.  Eine besonders wichtige in situ Supersite im Projekt ist dabei die Zugspitze, die im Projekt vom Team der BOKU University unter der Leitung von PI Franziska Koch intensiv schnee-hydrologisch untersucht wird. Wir freuen uns, die Wissenschaftler mit ihrem interdisziplinären Projekt unterstützen zu dürfen.