Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts steht die Untersuchung der Bedingungen, unter denen sich winzige Wolkentröpfchen zu größeren Tropfen verbinden und schließlich Niederschlag entsteht. Obwohl die grundlegenden physikalischen Mechanismen bekannt sind, bestehen weiterhin erhebliche Unsicherheiten darüber, wann und wie genau Regen einsetzt. Diese Wissenslücken erschweren insbesondere präzise lokale Wettervorhersagen.
Ein entscheidender Vorteil des Schneefernerhauses ist seine einzigartige Lage auf 2.650 Metern Höhe. Von dort aus kann der Helikite – eine Kombination aus Heliumballon und Drachen – bis zu etwa einen Kilometer über die Forschungsstation aufsteigen. Dadurch lassen sich unterschiedlichste Wolkentypen direkt in ihrer natürlichen Umgebung vermessen und wertvolle Daten aus der Atmosphäre gewinnen.
Die gewonnenen Messdaten fließen in die Weiterentwicklung von Wetter- und Klimamodellen ein und tragen dazu bei, Vorhersagen künftig genauer zu machen.
Das Experiment wird von Prof. Dr. Eberhard Bodenschatz vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation und seinem Forschungsteam betreut.
Die Umsetzung eines Forschungsvorhabens dieser Größenordnung wird durch die enge Zusammenarbeit mit dem Technikteam und dem wissenschaftlichen Koordinator des Schneefernerhauses ermöglicht. Die Umweltforschungsstation freut sich auf die ersten Forschungsflüge des Helikites auf Deutschlands höchstem Berg und auf neue Erkenntnisse aus der Wolkenforschung.

