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Aktuelles

aus den Forschungseinrichtungen und der Betriebsgesellschaft

Internationale VLBI-Konferenz im Schneefernerhaus: Erdvermessung trifft Alpen

In dieser Woche fand in Garmisch-Partenkirchen das "14th General Meeting of the International VLBI Service for Geodesy and Astrometry (IVS)" statt. Mit mehr als 120 Teilnehmenden aus der ganzen Welt war dies eine der bedeutendsten Veranstaltungen dieses Jahres im Bereich Geodäsie, der Wissenschaft von der Vermessung der Erde. Ein besonderer Höhepunkt dieser Konferenz war die besondere Einbindung des Schneefernerhauses.

Die VLBI-Technik (Very Long Baseline Interferometry) nutzt Radioteleskope weltweit, um präzise Messungen der Erdrotation, der Erdkruste und der Position von Himmelskörpern durchzuführen. Diese Daten sind entscheidend für die Erforschung von Klimaveränderungen, Erdbeben, Gletscherschmelze und anderen geophysikalischen Prozessen.

Ein besonderer Fokus der Konferenz lag auf der IVS-Einbindung des zukünftigen Wetterstein Millimeter Teleskops (WMT), dessen Standort in der Nähe des Schneefernerhauses geplant ist. Das WMT-Projektteam nutzte die Gelegenheit, um die internationale Geodäsiegemeinschaft über die Vision und den Fortschritt des Projekts zu informieren. Die Zusammenarbeit zwischen dem WMT-Projektteam, den technischen Partnern wie mtex antenna technology und der globalen VLBI-Community wurde vertieft. 

Ein wichtiger Aspekt der Konferenz war die Bedeutung der Geodäsie für die Erforschung des Klimawandels. Die präzisen Messungen, die durch VLBI ermöglicht werden, tragen dazu bei, Veränderungen in der Erdkruste, der Schmelze der Gletscher und der Position der Kontinente zu erfassen - alles wichtige Indikatoren für den Klimawandel. Darüber hinaus liefert die Geodäsie Referenzsysteme am Himmel und auf der Erde, ohne die z.B. der Betrieb von satellitengestützten Erdvermessungen nicht denkbar wäre.

Die Konferenz wurde von der Abteilung Satellitengeodäsie der Technischen Universität München in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Astronomie und dem Earth Observation Research Cluster der Julius-Maximilians-Universität Würzburg organisiert. Besondere Anerkennung gilt dem Hauptorganisator Dr. Alexander Neidhardt und seinem lokalen Organisationsteam.

Highlights der Konferenz am Schneefernerhaus beinhalteten einen Analyse-Workshop, eine von der UFS organisierte Führung für die Teilnehmer durch die Station und die Sitzung des IVS-Direktionsausschusses – allesamt in der beeindruckenden alpinen Umgebung inmitten des Wettersteingebirges.