Im Rahmen ihres Masterstudiums der Geowissenschaften an der FAU Erlangen-Nürnberg waren Studierende zu einer viertägigen Geophysik-Exkursion an der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus (UFS) zu Gast. Dabei erhielten sie unter Leitung von Dr. Joachim Wassermann (Ludwig-Maximilians-Universität München) einen praxisnahen Einblick in verschiedene geophysikalische Messmethoden und deren Anwendung in der Hochgebirgsforschung.
Im Mittelpunkt der Exkursion stand die Untersuchung des nördlichen Schneeferners am Zugspitzplatt. Mithilfe von Georadar und Refraktionsseismik vermassen die Studierenden die Eisdicke und die räumliche Ausdehnung des Gletschers. Beim Georadar werden elektromagnetische Impulse in den Untergrund gesendet. An den Grenzen zwischen Eis und Fels entstehen Reflexionen, anhand derer sich die verbleibende Eisdicke flächig bestimmen lässt. Der genaue Verlauf der Messungen wurde dabei mithilfe hochpräziser DGNSS-Messungen dokumentiert.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Untersuchung des Permafrosts im Zugspitzmassiv. Im Kammstollen führten die Studierenden gravimetrische Messungen durch. Hochpräzise Messungen der lokalen Schwerebeschleunigung ermöglichen Rückschlüsse auf Veränderungen der Gesteinsdichte, die unter anderem durch das Schmelzen oder Gefrieren von Eis im Fels verursacht werden können. Im Rahmen der aktuellen Auswertung werden die Messwerte mit den Daten des Vorjahres verglichen, um mögliche Veränderungen zu erkennen.
Für die räumliche Einordnung und Auswertung der Gravimetrie-Messungen wurde der Kammstollen zusätzlich geodätisch mit einem Tachymeter vermessen. Die Höhenunterschiede zwischen den einzelnen Messpunkten wurden mittels Nivellement bestimmt.
Die Exkursion bot den Studierenden damit die Möglichkeit, verschiedene geophysikalische und geodätische Verfahren unmittelbar im alpinen Gelände anzuwenden und deren Bedeutung für die Erforschung von Gletschern und Permafrost praktisch kennenzulernen.
Wir freuen uns, dass die Studierenden und die Betreuer die Infrastruktur der UFS für ihre Exkursion nutzen konnten, und bedanken uns für den fachlichen Austausch vor Ort.
Foto: mit dem Georadar am Nördlichen Schneeferner (Credit: Dr. Joachim Wassermann)

