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Latschenkiefern als Klimaarchiv

Die Vegetation der Alpen ist in besonderem Maß von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Durch die steigenden Temperaturen können sich viele Pflanzenarten in höhere Lagen ausbreiten.

Dadurch werden Arten, die an die extremen Lebensbedingungen in den Alpen angepasst sind, zunehmend verdrängt. Auch die maximale Verbreitungshöhe von aufrechten wachsenden Bäumen (Baumgrenze) und der darüber vorkommenden, strauchartigen Krummholzgebüsche ist von der temperaturbedingten Aufwärtswanderung betroffen.

Um zu erforschen inwiefern sich die Verbreitungshöhe der Krummholzgebüsche in den Bayerischen Alpen in den letzten Jahrzehnten verändert hat, führen Lukas Grauf und Prof. Dr. Achim Bräuning vom Institut für Geographie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Jörg Ewald und Dr. Michelangelo Olleck von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf dendroökologische Untersuchungen an Latschenkiefern (Pinus mugo) in einem Gebiet zwischen dem oberen Reintal und dem Zugspitzplatt durch.

Hierfür wurden Ende Juli entlang des Höhenverlaufs zwischen 1500 Metern und 2100 Metern an verschiedenen Stellen Baumscheiben entnommen, deren Jahrringwachstum anschließend untersucht wird. Die Beprobung erfolgte in einem Raster aus vermarkten Probeflächen, deren Böden und Vegetation bereits von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf untersucht wurden.

Durch die Ermittlung der Anzahl an Jahrringen kann das Alter der beprobten Latschenkiefern bestimmt werden. Die Messung der Jahrringbreiten ermöglicht unter anderem, den Einfluss verschiedener klimatischer Faktoren auf das Jahrringwachstum zu untersuchen. Dabei lässt sich statistisch feststellen, in welchem Zusammenhang die Jahrringbreite beispielsweise mit der Temperatur, dem Niederschlag oder der Schneehöhe steht.

Neben der Erforschung der Altersstruktur der Latschenkieferbestände in verschiedenen Höhenlagen und deren Reaktion auf verschiedene klimatische Faktoren, ist es zudem möglich zu beschreiben, welchen Einfluss der Klimawandel in Zukunft auf das untersuchte Krummholzgebüsch ausüben könnte.

Foto: Lukas Grauf (FAU Erlangen-Nürnberg)